Definition
Werkstücke am laufenden Sägeblatt entlangführen, ohne die Hand in Blattnähe zu bringen: Dafür dient der Schiebestock, ein Hilfsmittel aus Holz oder Kunststoff. Er verlängert den Arm, ist bei schmalen Teilen unverzichtbar und gehört zur Grundausstattung jeder Tischkreissäge.
Kurz erklärt
Wird der Abstand zwischen Parallelanschlag und Blatt schmal, passt keine Hand mehr dazwischen, und trotzdem muss das Holz sicher am Blatt vorbei. Genau dort übernimmt der Schiebestock: Er drückt das Werkstück nach vorn und zugleich leicht an den Anschlag, während deine Hand weit entfernt bleibt. Die klassische Form hat einen Griff und eine flache Nase oder einen Haken, der hinter der Werkstückkante greift. Der flache Teil liegt auf dem Tisch oder dem Holz, damit er nicht abrutscht.
Es gibt mehrere Varianten: den einfachen Schiebestock mit Kerbe, den Schiebeblock mit Handgriff für flächiges Material und breite Druckschuhe, die das Werkstück nach unten und seitlich andrücken. Viele Sägen liefern einen Schiebestock mit und haben eine Halterung am Gestell, damit er griffbereit bleibt. Ein Eigenbau aus Sperrholz oder Restholz ist verbreitet, Hauptsache, er ist stabil, rutschfest und lang genug, dass die Hand deutlich hinter dem Blatt bleibt. Rutschhemmende Gummiauflagen helfen, nutzen sich aber ab.
Typische Fehler sind, den Schiebestock erst dann zu greifen, wenn die Finger schon am Holz kleben, einen angesägten oder gesplitterten Stock weiter zu benutzen und das Teil zu früh loszulassen, solange es noch am Blatt liegt. Tausche beschädigte Stöcke sofort aus. Handschuhe sind keine Alternative: An der laufenden Säge können sie vom Blatt oder Werkstück erfasst und eingezogen werden, deshalb trägst du dort keine. Spaltkeil und Schutzhaube bleiben beim Arbeiten mit dem Schiebestock montiert; er ergänzt sie, ersetzt sie aber nicht.
In der Werkstatt
Lege den Schiebestock vor jedem Schnitt griffbereit hin, am besten in der Halterung am Gestell oder am Tisch. Wer häufig schmale Leisten sägt, braucht ein paar Stöcke in unterschiedlicher Form, etwa einen mit Haken und einen flachen Schiebeblock. Wie Haltung, Stand und Vorschub an der laufenden Säge aussehen sollten, beschreibt die Anleitung zum sicheren Bedienen der Tischkreissäge. Nimm dir dafür ruhig Zeit, bevor du loslegst.
Verwandte Begriffe
Fragen und Antworten
Ab welcher Breite brauche ich einen Schiebestock?
Eine feste Zahl gibt es hier nicht; die Herstelleranleitung nennt Grenzen. Faustregel: Sobald deine Hand beim Schnitt zwischen Anschlag und Blatt oder nur knapp neben dem Blatt liegen würde, greifst du zum Schiebestock. Bei schmalen Leisten ist das praktisch immer der Fall.
Kann ich einen Schiebestock selbst bauen?
Ja, aus Sperrholz oder Restholz. Er braucht einen Griff, eine Nase oder Kerbe zum Schieben und genug Länge, damit die Hand hinter dem Blatt bleibt. Eine rutschfeste Auflage hilft. Tausche ihn aus, sobald er gesplittert oder angesägt ist.
Soll ich Handschuhe tragen, wenn ich den Schiebestock nutze?
Nein. An der laufenden Tischkreissäge können Handschuhe vom Blatt oder vom Werkstück erfasst werden und deine Hand mitziehen. Der Schiebestock schützt, indem er Abstand schafft. Handschuhe gehören zum Tragen rauer Bretter, nicht an die laufende Säge.



