Für eine stabile Werkbank von 1.500 × 650 mm brauchst du vier Beine aus Kantholz 80 × 80 mm, acht Zargen aus Kantholz 60 × 80 mm, eine Platte von 40 mm Stärke und eine Ablage aus Multiplex. Die Beinlänge ergibt sich aus deiner Arbeitshöhe: Nach der BGN-Faustregel liegt sie 10 bis 15 cm unter der Ellenbogenhöhe. Die Kanthölzer längst du an der Tischkreissäge mit Schiebeschlitten oder Winkelanschlag ab, mit montiertem Spaltkeil und Schiebestock statt Handschuhen.
Inhalt
- Was bauen wir und für wen ist die Bank?
- Welche Arbeitshöhe soll die Werkbank haben?
- Welches Material brauchst du?
- Wie sieht die Zuschnittliste aus?
- Passt das Kantholz durch deine Säge?
- Wie sägst du die Kanthölzer sicher zu?
- Wie baust du die Werkbank Schritt für Schritt?
- Welche Fehler kommen beim Eigenbau häufig vor?
- Häufige Fragen
Was bauen wir und für wen ist die Bank?
Das Projekt ist eine feste Werkbank aus Kantholz, Multiplex und einer starken Arbeitsplatte. Sie ist für Anreißen, Spannen, Verleimen und Schleifen gedacht und kann hinter der Säge als Auslauftisch dienen. Die Maße sind ein Vorschlag, den du an deinen Raum und deine Körpergröße anpasst.
Ob du die Bank besser kaufst oder baust, klärt der Beitrag Werkbank kaufen oder bauen. Hier geht es nur um den Bau. Die Bank ist kein Untergestell für die Tischkreissäge: Für die Säge selbst nutzt du die vom Hersteller vorgesehene Aufstellung.
Gut zu wissen
Für Eigenbauten gibt es keine geprüfte Traglast. Die Konstruktion ist eine Anregung auf Basis üblicher Holzverbindungen, keine statisch berechnete Lösung. Belaste die Bank nicht bis an eine vermutete Grenze, und prüfe nach dem Aufbau, ob sie wackelt.
Welche Arbeitshöhe soll die Werkbank haben?
Die BGN nennt für die meisten Tätigkeiten im Stehen eine Arbeitshöhe von etwa 10 bis 15 cm unter der Ellenbogenhöhe. Für kraftbetonte Arbeiten ist eine tiefere Platte sinnvoll, etwa 15 bis 40 cm unter dem Ellenbogen. Das ergibt je nach Körpergröße 85 bis 110 cm über dem Boden. Die Quelle ist eine allgemeine Praxishilfe zur Steharbeit, keine Holzvorschrift, nimm den Wert deshalb als Startpunkt.
So rechnest du: Miss die Ellenbogenhöhe bei locker hängendem Arm, zum Beispiel 105 cm. Davon ziehst du 10 bis 15 cm ab und erhältst 90 bis 95 cm Arbeitshöhe. Die Beinlänge ist dann die Arbeitshöhe minus Plattenstärke. In unserem Beispiel mit 900 mm Höhe und 40 mm Platte sind die Beine 860 mm lang.
Welches Material brauchst du?
Die Liste gilt für eine Bank mit den Außenmaßen 1.500 × 650 mm und 900 mm Höhe. Kauf etwas Verschnitt dazu, besonders beim Kantholz.
- Kantholz 80 × 80 mm (Fichte oder Kiefer, getrocknet): rund 3,6 m für die Beine
- Kantholz 60 × 80 mm (gleiche Holzart): rund 7 m für Längs- und Querzargen
- Arbeitsplatte 1.500 × 650 × 40 mm: Leimholz oder Multiplex; bei zwei verleimten Lagen je 20 mm Stärke
- Multiplex 18 mm: ein Zuschnitt 1.240 × 490 mm für die Ablage
- Holzdübel Ø 10 × 50 mm, gerillt: mindestens 32 Stück
- Holzleim, 8 Winkelverbinder 40 × 40 mm (am besten mit Langloch) samt passenden Schrauben, Senkkopfschrauben 5 × 50 mm für die Ablage
- Schraubzwingen mit mindestens 600 mm Spannweite (4 Stück), Hartwachsöl oder Öl für die Oberfläche, Schleifpapier
Mehr zu den Holzarten und Plattenwerkstoffen findest du im Beitrag Holzarten im Überblick. Weichholz lässt sich leicht sägen und schrauben, Hartholz ist härter und schwerer zu bearbeiten. Für die Platte lohnt sich ein dichter, ebener Werkstoff.
Wie sieht die Zuschnittliste aus?
| Teil | Anzahl | Querschnitt | Länge | Schnitthöhe beim Ablängen |
|---|---|---|---|---|
| Beine | 4 | 80 × 80 mm | 860 mm | 80 mm |
| Längszargen (oben 2, unten 2) | 4 | 60 × 80 mm | 1.240 mm | 60 mm (flach liegend) |
| Querzargen (oben 2, unten 2) | 4 | 60 × 80 mm | 390 mm | 60 mm (flach liegend) |
| Arbeitsplatte | 1 | 40 mm Stärke | 1.500 × 650 mm | nach Bezug zugeschnitten |
| Ablage | 1 | 18 mm Multiplex | 1.240 × 490 mm | nach Bezug zugeschnitten |
Die Maße ergeben sich so: Das Gestell misst außen 1.400 × 550 mm. Zwischen den Beinen bleiben 1.400 minus 2 × 80 = 1.240 mm in der Länge und 550 minus 2 × 80 = 390 mm in der Tiefe. Die Platte steht rundum 50 mm über, das erleichtert das Spannen mit Zwingen.
Passt das Kantholz durch deine Säge?
Beine mit 80 mm Kante brauchen beim Ablängen eine Schnitthöhe von mindestens 80 mm. In der Modell-Datenbank erreichen 23 von 44 Modellen mit Angabe 80 mm oder mehr bei 90°. Die Bosch GTS 10 XC liegt mit 79 mm genau ein Millimeter darunter, die DeWalt DWE7485 mit 65 mm und die Scheppach HS210 mit 70 mm deutlich.
| Modell | Klasse | Ø Blatt | Schnitthöhe 90° | Tisch | Untergestell | Angebot |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Einhell TC-TS 2025/2 U | Einsteiger | 250 mm | 85 mm | 563 × 583 mm | inklusive | Preis prüfen* |
| Bosch Professional GTS 254 | Mittelklasse | 254 mm | 80 mm | 555 × 555 mm | inklusive | Preis prüfen* |
| Metabo TS 254 M | Mittelklasse | 254 mm | 80 mm | 590 × 588 mm | optional | Preis prüfen* |
Technische Daten: Herstellerangaben (Quellen in der Modell-Datenbank). * Affiliate-Links.
Hat deine Säge weniger Schnitthöhe, kürzt du die vier Beine mit einer Kappsäge oder einer Handsäge samt Anschlag. Wie sich die Geräte unterscheiden, erklärt der Vergleich Kappsägen im Überblick. Die Zargen liegen flach auf dem Tisch und brauchen nur 60 mm Schnitthöhe; das erreichen 36 von 44 Modellen mit Angabe.
Wie sägst du die Kanthölzer sicher zu?
Beim Ablängen läuft das Holz quer zum Blatt. Du führst es dazu am Schiebeschlitten oder Winkelanschlag, nicht am Parallelanschlag. Kürze 3 m lange Stücke vorher grob mit etwas Übermaß, damit Einzug und Auslauf der Säge nicht überfordert werden, wie im Beitrag zur Werkstatt-Einrichtung beschrieben.
Sicherheit
Spaltkeil und Schutzhaube bleiben montiert. Nach der BGHM soll der Spaltkeil so nah wie möglich am Sägeblatt stehen, höchstens 8 mm vom Zahnkranz entfernt; manche Hersteller nennen höchstens 5 mm. Es gilt die Angabe deiner Anleitung, siehe Spaltkeil richtig einstellen. An der laufenden Säge trägst du keine Handschuhe: „An Maschinen mit drehenden Werkzeugen keine Handschuhe tragen.“ (BGHM)
- Netzstecker ziehen, Blatt, Schutzhaube und Spaltkeil kontrollieren, Tisch von Spänen befreien.
- Schiebeschlitten oder Winkelanschlag einsetzen, Anschlagwinkel mit einem Winkel prüfen.
- Einen Längenanschlag am Schlitten oder Winkelanschlag befestigen, damit alle gleichen Teile exakt gleich lang werden.
- Stecker einstecken, Säge einschalten, volle Drehzahl abwarten.
- Kantholz fest am Anschlag halten und gleichmäßig durchschieben.
- Säge ausschalten, das Blatt vollständig stillstehen lassen und erst dann den Abschnitt nehmen.
Für lange Teile hilft ein Längenanschlag von Schmidt* mit 2 m Aluminium-Profil, Maßband und zwei Ablängklappen. So sägst du die Zargen alle auf das gleiche Maß, ohne jedes Mal anzureißen.
Bei kurzen Teilen wie den 390-mm-Querzargen hältst du die Hand weit vom Blatt entfernt. Schmale Reststücke schiebst du mit dem Schiebestock, nie mit den Fingern. Mehr zu den Grundregeln findest du unter Tischkreissäge sicher bedienen.
Sicherheit
Milescraft 3405 Schieber
Ideal für: Schmale Leisten sicher schieben
- Für Tischkreissäge, Frästisch, Bandsäge
- Handlich
- Hält Abstand zum Blatt
* Affiliate-Link, für dich ändert sich der Preis nicht.
Fachbegriffe zum Thema
Wie baust du die Werkbank Schritt für Schritt?
- Zuschnitt prüfen. Lege alle Teile aus und vergleiche Längen mit der Zuschnittliste. Gleiche Teile müssen auf den halben Millimeter gleich lang sein, sonst steht die Bank schief.
- Dübellöcher markieren. Pro Verbindung kommen zwei Dübel Ø 10 mm übereinander ins Stirnholz der Zarge und passend ins Bein. Sie sitzen in der Mitte der Zargenstärke, etwa 20 und 60 mm von der Oberkante. Bohre mit Tiefenanschlag, etwa 25 mm in jedes Teil.
- Stirnrahmen verleimen. Je zwei Beine und zwei Querzargen (oben und unten) bilden einen Rahmen. Leim auf Dübel und Flächen, zusammenstecken, mit Zwingen spannen. Miss beide Diagonalen: Sind sie gleich lang, ist der Rahmen rechtwinklig.
- Längszargen einsetzen. Nach dem Trocknen verbindest du die beiden Stirnrahmen mit den vier Längszargen, wieder mit Dübeln und Leim. Die oberen Zargen schließen oben mit den Beinen ab. Die unteren sitzen etwa 150 mm über dem Boden.
- Diagonalen prüfen. Miss die Diagonalen des Gestells in der Draufsicht. Weichen sie voneinander ab, korrigierst du, solange der Leim noch nicht abgebunden hat.
- Ablage einlegen. Lege die Multiplexplatte auf die unteren Längszargen, sie liegt auf jeder Seite etwa 30 mm auf. Verschraube sie mit Senkkopfschrauben, das versteift das Gestell.
- Platte aufsetzen. Lege die Platte mit 50 mm Überstand rundum auf das Gestell und verschraube sie von unten mit den Winkelverbindern an den oberen Zargen. Je drei Winkel pro Längsseite und je einer an den Stirnseiten halten die Platte, ohne sie starr festzuklemmen.
- Oberfläche behandeln. Brich die Kanten leicht, schleife die Platte und trage Hartwachsöl dünn auf. Ein geölter Belag nimmt Leimreste weniger an und lässt sich nachbearbeiten.
- Standfestigkeit prüfen. Rüttle von allen Seiten an der Bank. Wackelt sie in Längsrichtung, hilft eine Diagonalstrebe aus Kantholz an der Rückseite oder eine Rückwand aus Multiplex.
Praxis-Tipp
Beim Verleimen zählt Ruhe. Miss die Diagonalen, bevor der Leim anzieht, und lass das Gestell am besten über Nacht auf einer ebenen Fläche liegen. Ein verzogener Rahmen lässt sich nach dem Trocknen kaum noch richten.
Welche Fehler kommen beim Eigenbau häufig vor?
- Beinlänge zu knapp bemessen: Vergiss die Plattenstärke nicht, sonst stimmt die Arbeitshöhe nicht.
- Feuchtes Holz: Frisches Kantholz verzieht sich beim Trocknen. Kaufe getrocknetes Holz und lass es einige Tage in der Werkstatt liegen.
- Gestell nicht rechtwinklig: Ohne Diagonalmessung steht die Bank später schief.
- Platte starr verschraubt: Holz arbeitet, die Platte braucht Verbinder, die kleine Bewegungen zulassen.
- Zu wenig Sicherheit beim Zuschnitt: Ohne Schiebeschlitten oder Winkelanschlag führt Handarbeit am Blatt zu Fehlern.
Häufige Fragen
Welche Höhe sollte eine selbstgebaute Werkbank haben?
Als Faustregel der BGN gilt für die meisten Arbeiten im Stehen etwa 10 bis 15 cm unter der Ellenbogenhöhe, bei kraftbetonten Arbeiten tiefer. Bei 105 cm Ellenbogenhöhe sind das 90 bis 95 cm. Die Beinlänge ist die Arbeitshöhe minus Plattenstärke.
Welches Holz eignet sich für eine Werkbank?
Für das Gestell reicht getrocknetes Kantholz aus Fichte oder Kiefer. Für die Platte eignen sich Leimholz oder Multiplex mit etwa 40 mm Stärke. Hartholz macht die Platte härter, ist aber teurer und schwerer zu bearbeiten. Mehr dazu steht im Beitrag zu den Holzarten.
Kann ich die Kanthölzer mit der Tischkreissäge zuschneiden?
Ja, wenn die Schnitthöhe passt. Für 80-mm-Beine brauchst du mindestens 80 mm bei 90°. Die Bosch GTS 10 XC erreicht laut Datenbank 79 mm. Für das Ablängen führst du das Holz am Schiebeschlitten oder Winkelanschlag, der Spaltkeil bleibt montiert.
Darf ich beim Sägen Handschuhe tragen?
Nein, an der laufenden Säge nicht. Die BGHM schreibt, dass an Maschinen mit drehenden Werkzeugen keine Handschuhe getragen werden. Schnittfeste Handschuhe sind beim Blattwechsel sinnvoll, aber nur bei gezogenem Netzstecker. Beim Zuschnitt führst du das Holz mit Schiebestock und Anschlag.
Wie viel Last hält eine selbstgebaute Werkbank aus?
Dafür gibt es keinen geprüften Wert. Die Tragfähigkeit hängt von Holz, Verbindungen und Aufbau ab. Steife Dübelverbindungen, eine Ablage und eine dicke Platte erhöhen die Stabilität. Belaste die Bank nicht an der Grenze, und prüfe nach dem Bau, ob sie wackelt.
Quellen
- Ergonomie konkret: Steharbeit, BGN (Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe), abgerufen am 20.10.2026
- Holzbearbeitungsmaschinen TSM: Handhabung und sicheres Arbeiten (BG-Nr. 96.18), BGHM, Mai 2020, abgerufen am 20.10.2026
- PRO GTS 10 XC Produktseite, Bosch Professional, Herstellerangaben laut Modell-Datenbank, abgerufen am 20.10.2026
- Originalbetriebsanleitung TS 254 M, Metabo, Herstellerangaben laut Modell-Datenbank, abgerufen am 20.10.2026
- Längenanschlag und Schieber: Herstellerangaben laut Zubehör-Datenbank von tischkreissaege-vergleich.de, abgerufen am 20.10.2026





