Glossar · Gerätetypen

Formatkreissäge

Definition

Als Formatkreissäge bezeichnet man eine schwere stationäre Werkstattmaschine, bei der ein seitlicher Schiebetisch große Platten und lange Bohlen präzise und rechtwinklig am Blatt vorbeiführt. Typisch sind ein Vorritzer, ein kräftiger Drehstrommotor und ein Gewicht von mehreren hundert Kilogramm.

Kurz erklärt

Hauptmerkmal ist der Schiebetisch, der links neben dem Blatt auf Rollen oder Kugellagern läuft. Auf ihm liegt die Platte fest, wird von einem Winkelanschlag gehalten und gleitet zusammen mit dem Tisch am Blatt vorbei, sodass ein exakt rechtwinkliger Querschnitt gelingt. Rechts vom Blatt sitzt der Parallelanschlag für Längsschnitte. Die Maschine heißt so, weil man mit ihr Plattenmaterial auf Format bringt, also auf endgültige Maße zuschneidet: Spanplatte, MDF, Multiplex oder Arbeitsplatten.

Gegenüber Baustellen- oder Heimwerkersägen sind die Zahlen eine andere Liga: Blattdurchmesser meist um 250 bis 400 mm, Schnitthöhe bis etwa 100 mm oder mehr, Schiebetischlängen von gut einem bis rund drei Metern und Parallelanschläge mit Schnittbreiten von mehr als einem Meter. Dazu kommt oft ein Vorritzer, ein kleines Zusatzblatt, das die Unterseite beschichteter Platten zuerst anritzt und so Ausrisse verhindert. Angetrieben wird sie meist mit einem Drehstrommotor an 400 V, den eine Elektrofachkraft anschließen muss; kleinere Modelle gibt es auch für 230 V.

Abzugrenzen ist die Formatkreissäge von der Tischkreissäge im engeren Sinn: Beide sägen am rotierenden Blatt, aber nur die Formatkreissäge trägt Platten auf dem Schiebetisch. Auch eine Kappsäge ersetzt sie nicht. Häufige Fehler sind, den Platzbedarf zu unterschätzen, denn rund um die Maschine braucht es Raum für den ausgefahrenen Schiebetisch und lange Platten, die Absaugung zu klein zu planen und die Elektroinstallation zu vergessen. Spaltkeil, Schutzhaube und Absaugung nutzt du bei jedem Schnitt; für schmale Streifen gehört der Schiebestock dazu.

Worauf es ankommt

Eine Formatkreissäge lohnt sich dort, wo regelmäßig ganze Platten geteilt werden und Maßhaltigkeit wichtiger ist als Transportierbarkeit. Prüfe Platz, Deckenhöhe, Zugang zur Werkstatt und Stromanschluss, bevor du dich entscheidest. Kleinere Betriebe und anspruchsvolle Hobbyisten finden bei den Profi-Tischkreissägen für die Werkstatt eine Auswahl, die für den Dauereinsatz gedacht ist. Plane außerdem eine Absaugung ein, die zur Maschine passt. Auch Aufstellort und Transportweg wollen bedacht sein, denn die Maschine wiegt viel.

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Kurz beantwortet

Was unterscheidet eine Formatkreissäge von einer Tischkreissäge?

Die Formatkreissäge hat einen Schiebetisch neben dem Blatt, trägt das Werkstück zum Blatt und ist schwerer, stärker und meist für 400 V ausgelegt. Normale Tischkreissägen haben nur eine feste Tischplatte und sind für kleinere Teile und Platten gedacht.

Wozu dient der Vorritzer?

Das kleine Zusatzblatt läuft im Gegenlauf und ritzt vor dem Hauptblatt die Unterseite beschichteter Platten an. So reißt die Beschichtung am Austritt des Hauptblattes nicht aus. Für Massivholz ist er kaum nötig, für Möbelplatten dagegen sehr wertvoll.

Brauche ich für eine Formatkreissäge Starkstrom?

Viele Modelle laufen an 400 V Drehstrom, einige kleinere auch an 230 V. Welche Anschlussart deine Maschine braucht, steht im Datenblatt. Anschluss und Installation der Steckdose übernimmt immer eine Elektrofachkraft; improvisierte Lösungen sind keine Option.

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