Definition
Beim Querschnitt durchtrennt das Sägeblatt das Holz quer zur Faserrichtung, also über die Breite eines Brettes, Balkens oder einer Platte. An der Tischkreissäge führen ihn Gehrungsanschlag oder Schiebeschlitten, nicht der Parallelanschlag, und er dient vor allem dem Ablängen auf Maß.
Einordnung
Die Zähne laufen beim Querschnitt quer durch die Faserbündel und trennen sie einzeln durch, statt entlang der Fasern zu gleiten. Dadurch fühlt sich der Vorschub zäher an, und an der Austrittsseite reißen Fasern gern aus. Auf der Tischkreissäge legst du das Werkstück deshalb nicht an den Parallelanschlag, sondern an den Gehrungsanschlag in der Tischnut oder in einen Schiebeschlitten und schiebst beides gemeinsam am Blatt vorbei. So bleibt das Teil sicher geführt, und die Schnittkante steht exakt im gewünschten Winkel zur Brettkante.
Für saubere Querschnitte zählt vor allem das Blatt. Bei 250 mm Durchmesser sind grob 48 bis 80 Zähne üblich, häufig mit Wechselzahn und kleinem Spanwinkel; die Schnittfuge liegt meist zwischen 2,4 und 3,2 mm. Weniger Zähne schneiden schneller, hinterlassen aber rauere Kanten. Bei beschichteten Platten oder Furnier stützt eine Nullspalteinlage das Holz an der Austrittsstelle ab. Lange Bretter brauchen außerdem eine Auflage am Tischende, etwa eine Tischverbreiterung oder einen Rollbock, sonst kippen sie beim Schieben über die Tischkante, und der Schnitt wird schief.
Der häufigste Fehler: das Teil zwischen Parallelanschlag und Blatt ablängen. Das abgeschnittene Stück klemmt dann zwischen Anschlag und drehendem Blatt, wird erfasst und in Richtung Bediener geschleudert. Wiederholteile gelingen sicher mit einem Anschlagblock, der deutlich vor dem Blatt am Anschlag befestigt ist, sodass das Abschnittstück frei liegen bleibt. Kurze Reststücke schiebst du nie mit den Fingern am Blatt vorbei, sondern mit dem Schiebestock oder im Schlitten. Spaltkeil und Schutzhaube bleiben dabei montiert. Der Gegenpart, der Längsschnitt entlang der Faser, läuft dagegen am Parallelanschlag, die beiden Schnittarten brauchen also eine andere Führung.
Worauf es ankommt
Wer viele Querschnitte macht, merkt schnell, wie viel Komfort ein Schiebeschlitten bringt: Das Teil liegt fest, der Winkel stimmt, und die Hände bleiben weit vom Blatt entfernt. Achte beim Kauf darauf, wie groß der Tisch ist und ob sich ein Schlitten montieren lässt. Welche Maschinen dafür ausgelegt sind, zeigt die Übersicht der Tischkreissägen mit Schiebeschlitten. Für einzelne Zuschnitte reicht oft schon ein spielfreier Gehrungsanschlag mit Hilfsleiste.
Das gehört dazu
- Längsschnitt
- Gehrungsschnitt
- Schiebeschlitten
- Gehrungsanschlag
- Winkelanschlag
- Rückschlag
- Nullspalteinlage
- Zähnezahl
Fragen und Antworten
Wie lang darf ein Brett für einen Querschnitt auf der Tischkreissäge sein?
Das hängt weniger von der Säge als von der Auflage ab. Ohne Verlängerung kippt alles, was deutlich über den Tisch hinausragt. Mit Tischverbreiterung, Untergestell und Rollbock lassen sich auch längere Bretter ablängen. Sehr lange oder breite Teile kappst du bequemer mit einer Kappsäge.
Warum reißt mein Querschnitt an der Unterseite aus?
Meist ist das Blatt zu grob oder stumpf, oder der Schlitz in der Tischeinlage ist zu weit, sodass die Fasern ungestützt nachgeben. Ein Blatt mit hoher Zähnezahl, eine Nullspalteinlage und eine nicht zu hohe Blatteinstellung verbessern die Kante spürbar.
Kann ich beim Querschnitt den Parallelanschlag benutzen?
Nur als Anschlagblock mit Abstand vor dem Blatt, niemals als Führung direkt neben dem Blatt. Sonst klemmt das Abschnittstück zwischen Anschlag und Blatt und kann zurückgeschleudert werden. Für die eigentliche Führung nimmst du Gehrungsanschlag oder Schiebeschlitten.



