Glossar · Schnitte & Technik

Schnitthöhe

Definition

Wie hoch das Sägeblatt maximal über den Tisch ragt und wie dick ein Werkstück in einem Durchgang getrennt werden kann, legt die Schnitthöhe fest. Sie hängt vom Blattdurchmesser ab und sinkt, sobald das Blatt geneigt wird.

Hintergrund

Das Blatt taucht durch den Tischschlitz, und wie weit es herausschaut, stellst du über ein Handrad ein. Der größte erreichbare Wert ist die maximale Schnitthöhe, wie sie im Datenblatt steht. Sie folgt direkt aus dem Blattdurchmesser: Ein Teil des Blattes steckt immer unter dem Tisch und an der Welle, deshalb liegt die Schnitthöhe deutlich unter dem halben Durchmesser. Mini-Sägen mit 85 bis 120 mm Blatt schaffen grob 25 bis 35 mm, Modelle mit 210 mm etwa 55 bis 65 mm, mit 250 mm ungefähr 75 bis 85 mm und mit 315 mm rund 100 mm.

Neigst du das Blatt auf 45 Grad, schrumpft die nutzbare Höhe, grob auf zwei Drittel bis drei Viertel des Wertes bei senkrechtem Blatt. Zwei Angaben im Datenblatt sind deshalb wichtig: die Höhe bei 90 und die bei 45 Grad. In der Praxis wählst du die Höhe nicht größer als nötig: Das Blatt sollte nur ungefähr eine Zahnhöhe über die Werkstückoberkante ragen. Ein niedrig eingestelltes Blatt ragt weniger weit aus dem Tisch heraus und schneidet in der Regel ruhiger.

Verwechsle die Schnitthöhe nicht mit der Schnitttiefe einer Handkreissäge oder der Kappkapazität einer Kappsäge: Dort bewegt sich die Säge, hier das Holz. Zu den typischen Fehlern gehört, die Höhe vor dem Kauf nach dem Blattdurchmesser zu schätzen, statt das Datenblatt zu lesen, oder dicke Bohlen in einem Durchgang zu erzwingen, obwohl das Blatt nicht reicht. Dann drohen verbrannte Kanten, Klemmen und eine überlastete Maschine. Reicht die Höhe nicht, wähle eine Säge mit größerem Blatt oder trenne das Teil mit einer geführten Handkreissäge vor. Schutzhaube und Spaltkeil bleiben dabei immer in Funktion.

In der Praxis

Frage dich beim Kauf, welches dickste Material du regelmäßig sägst: Kantholz für Möbelbeine, Bohlen für Tischplatten oder nur Platten und Leisten. Daraus ergibt sich die Mindesthöhe bei 90 und bei 45 Grad. Wer vor allem Plattenmaterial schneidet, kommt mit wenig aus, Bohlen brauchen ein größeres Blatt. Die Übersicht der besten Tischkreissägen im Vergleich stellt die Werte nebeneinander, sodass du schnell siehst, welche Modelle deine Materialstärke tatsächlich schaffen.

Das gehört dazu

Fragen und Antworten

Wie dick darf ein Brett für meine Tischkreissäge sein?

Maximal so dick wie die im Datenblatt genannte Schnitthöhe bei 90 Grad, bei geneigtem Blatt weniger. Rechne etwas Reserve ein, denn bei voller Höhe arbeitet die Säge schwerer. Kleine Sägen schaffen oft nur 25 bis 35 mm, Baustellensägen etwa 60 bis 85 mm.

Warum ist die Schnitthöhe bei 45 Grad kleiner?

Beim Kippen steht das Blatt schräg, und die senkrechte Höhe über dem Tisch nimmt ab. Der Verlust beträgt je nach Bauart grob ein Viertel bis ein Drittel. Die genauen Werte findest du in den technischen Daten des Herstellers.

Wie hoch soll ich das Blatt einstellen?

Nur so hoch, dass die Zahnspitzen etwa eine Zahnhöhe über das Werkstück hinausragen. Mehr Überstand bringt keinen besseren Schnitt, legt aber mehr Blatt frei. Stelle die Höhe im Stillstand ein, und lass Schutzhaube und Spaltkeil an ihrem Platz.

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